Rezensionen

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von Anonym
11.10.2018

Liebe Autoren/innen,

meine Mutter hat mir das Buch zum Geburtstag geschickt.

Es ist schwer, nicht nur im physikalischem Sinne.

Die Geschichte ist spannend. Das zum Krimi. Ich habe mehrere Pausen und zwei Abende im Garten so verbracht.

Für einen Nachrodter in der Ferne ist es aber auch Heimat.
Wenn man die „Rastatt“, die Straßen… kennt.

Das Buch hat Flair.
Besten Dank.

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von Heidi Bellmann
05.10.2018

Als eingefleischter Krimi- und Thrillerfan konnte ich es kaum erwarten bis der erste Nachrodter Krimi erschien. Geschrieben von Laien, die in ihrer Freizeit wohl Lust auf etwas Neues hatten.

Am Lenne lebt-Tag schnappte ich mir ein Exemplar und machte mich am nächsten Tag darüber her. Da ich eine Schnellleserin bin, war es nach 1 1/2 Tagen durchgelesen, nur unterbrochen von lästiger Hausarbeit, wie saugen und kochen. Schade eigentlich, vielleicht hätte ich es mehr genießen sollen.

Ich habe geschmunzelt, gelacht, gekichert und bei der Obduktion rieselte ein Schauer meinen Rücken rauf und runter. Herrlich.

Die Wiedererkennung bei Namen und Örtlichkeiten rundete die Geschichte wunderbar ab.

Obwohl mein Verdacht, wer mag der Mörder sein, sich nach dem 1. Kapitel später bestätigte, hatte ich beim Lesen einen Riesenspaß.

Doch der Kracher kommt bekanntermaßen meist zum Schluss, dieses spannende Ende hatte ich nicht erwartet.

Vielen Dank an alle Mitmacher.

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von Dr. Bernd Mackenbrock
01.10.2018

Die „Sargfabric“ hat mit ihrer Erstarbeit eine unterhaltsame, flüssig zu lesende, spannende Geschichte vorgelegt, und – ganz dem Namen des Autorenteams verpflichtet – dürfte der Bestatter Krause am Ende des Krimis jede Menge Arbeit haben.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Arbeit in der Fabrik weiter geht, im freudiger Erwartung auf den nächsten Fall.

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von Dr. phil. Christian Schulze
27.09.2018

Wer bei wikipedia unter „Regionalkrimis“ nachschaut, findet eine lange Tabelle von Tatorten und Ermittlern, z. B. die der berühmten Eifelkrimis. Nachrodt-Wiblingwerde ist nicht dabei, noch nicht. Es dürfte freilich nicht mehr lange dauern, bis der Eintrag durch entzückte Leser folgt.

„Der Tote in der Lenne“ wurde passenderweise beim „Lenne lebt“-Fest der lokalen Öffentlichkeit präsentiert. Genau dort also, wo Mark Bechtel – Unsymp der Woche und zeitweiliger Protagonist des Romans – das Zeitliche segnete, feierte das „mörderische Nachrodt-Wiblingwerde“ fröhliche Urständ. Besseres Marketing ist kaum denkbar, und so manchem der zahlreichen Käufer dürfte mit dieser Verquickung von Realität und Schauergeschichte im Nachhinein wohlig unwohl sein.

Ratsherr Mark Bechtel hatte viele Baustellen in seinem Leben. Das Autorenkollektiv der „Sargfabric“ (offenbar mit westfälischem Humor bei der Namenswahl) trägt dick auf: Die Ehe am Ende, zweifelhafter Gelderwerb, ein lehrerbefummelndes Töchterchen im besten Pubertätsalter, Betrug beim Grundstückskauf und andere kleine Schatten lasten auf der Familienidylle, die sehr bald keine mehr ist. Ziemlich geschickt flechten sich andere Personen und Handlungsstränge ein, auch die Polizei darf mitmachen. Die Grundzutaten eines zünftigen Kriminalstücks sind allesamt da: Einfältige, Aggressive, Hinterhältige und eine krasse (Schwieger-)Mutter spielen mit, der klassische Schrecken der Nacht ebenso wie bunteste Methoden, das irdische Dasein zu beenden.

Dem Krimi gelingt es, eine morbide Spannung aufzubauen und bis zum Schluss beizubehalten. Freunde der härteren Gangart kommen im furiosen Finale ganz auf ihre Kosten, eine gepflegte Derrick-Folge sah anders aus. Wer es liebt, aus Details und früheren Andeutungen auf den Täter zu schließen – und die stehen geradezu inflationär zur Auswahl –, wird am Ende der Story zufrieden zurückblicken. Handwerklich war das gewiss nicht leicht zu realisieren: Gleich zehn Schreibende steuerten Texte zu, und man ahnt, was es heißt, so etwas bruchlos zusammenzufügen. Nicht einmal sprachliche Stilwechsel fallen groß auf. Respekt an die Endredaktion!

Und das Lokalkolorit? Sitzt. Manfred Winkhaus erlebt Streit in seiner Kneipe, Edeka und vor allem die – nunmehr ausgediente – Rastatt dienen als Kulisse, das düstere Opperhusen verdunkelt sich noch mehr. Selbst einige Parkplatzpoller erkennt jeder Nachrodter wieder. Nachbarorte werden auch nicht geschont; ein Handlungsfetzen spielt gar im fernen Wetter. Am Schluss freut man sich, wenn die Rabatten vor der eigenen Haustür noch gerade stehen.

„Der Tote in der Lenne“ ist ein würdiges Erstlingswerk, gerade weil es den eigenen Heimatort nicht glorifiziert. Dem ein oder anderen mag die Einschlagsdichte an ranzigen Charakteren für 7.000 Einwohner etwas hoch sein, aber eine „Sargfabric“ schreibt nicht für Heidi-Fans. Es ist den Autoren zu wünschen, dass sich niemand auf den Schlips getreten fühlt, wenn die fiktionalen Protagonisten in realer Kulisse zufälligerweise etwas echt erscheinen. Dass hier kein neuer Mankell vorliegt, tut der Lektüre überhaupt keinen Abbruch, sondern stärkt das literarische Brachland zwischen Lüdenscheid und Iserlohn.